BUND Kreisverband Waldeck-Frankenberg
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Artenvielfalt erhalten – Blühende Heuwiesen schützen

Es ist mitten im Winter, doch die Kreisverbände Waldeck-Frankenberg des BUND und NABU laden schon jetzt alle Interessierten vom 7. bis 23.2.2025 zu der Ausstellung „Blühende Heuwiesen“ ins Philipp-Soldan-Forum in Frankenberg ein. Die Veranstalter knüpfen damit an ihre bisherigen Projekte zum Schutz artenreicher Wiesen an.

Diese Wiesen entwickelten sich durch ihre schonende landwirtschaftliche Bewirtschaftung im Verlauf von Jahrhunderten zu Lebensräumen, die zu den artenreichsten gehören, die in unserer Landschaft anzutreffen sind. Mit Texten, Bildern und interaktiven Elementen informiert die Ausstellung über die mageren Flachland-Mähwiesen und Berg-Mähwiesen, die eine lange Tradition haben, heute aber massiv bedroht sind. Diese Naturparadiese, deren Vielfalt und Schönheit die Ausstellung illustriert, beheimaten eine Fülle von Kräutern und Gräsern und tausende an sie angepasste Insekten- und andere Tierarten.

Seit 1992 sind diese Wiesen in ausgewiesenen Gebieten durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union gesetzlich geschützt, und dennoch nahmen sie bundesweit weiterhin um viele tausend Hektar ab. Wie dermaßen viele der einstmals fast flächendeckend vorhandenen Heuwiesen verschwanden, erklärt die Ausstellung und gibt Einblick in das Dilemma, in dem Landwirte sich befinden. Einer Bewirtschaftung, die den Artenreichtum erhält, standen häufig ökonomische oder betriebspraktische Gründe entgegen. Vielen Insekten, Vögeln und anderen Tieren wurde durch die zunehmende Artenarmut im Grünland die Lebensgrundlage entzogen.

Die Ausstellung entwirft Visionen, die darauf abzielen, Landwirtschaft und Artenschutz zu vereinbaren. In der derzeitigen akuten Krise, in der Klima und Artenvielfalt sich befinden, vermögen blühende Heuwiesen viel zu leisten. Ähnlich wie gesunde Wälder und Moore tragen sie zur Kohlenstoffspeicherung bei, und ihr enormer Reichtum an Wildpflanzen ermöglicht den Erhalt und die Rückkehr gefährdeter Bestäuber und anderer Tiere.

Als Voraussetzung für die Erzeugung dieses gesellschaftlichen Mehrwerts ist es erforderlich,  Einbußen und Mehraufwand, die durch naturverträgliches Wirtschaften auf den Wiesen entstehen, wertzuschätzen und finanziell auszugleichen.

Die Veranstalter der Ausstellung sehen darüber hinaus auch in Gärten und kommunalen Grünanlagen, an Wegrändern und auf Firmengelände ein erhebliches Potenzial an Flächen, das mit wenig Aufwand zur Heimat blühender Kräuter, Gräser, Insekten und Singvögel entwickelt werden kann. Wenn ein Lebensraum sich eignet, die Biodiversität unserer Kulturlandschaften und unserer Siedlungen wiederzubeleben, dann sind es Wiesen nach dem Vorbild der klassischen blühenden Heuwiesen und Weiden. Dieses Erbe für die Gesellschaft und die Natur zu bewahren, ist Anliegen der Ausstellung.