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Die Aktion „No Mow May“ kommt ausgerechnet aus dem Land, das für seine feine Rasenkultur berühmt ist. Der englische Rasen ist zwar durchaus sprichwörtlich, aber schon seit einigen Jahren lassen dort Gartenbesitzer ihre Mähgeräte einen ganzen Monat lang (und länger) stehen, um dazu beizutragen, das massive Insektensterben aufzuhalten.
Während der regelmäßig kurz geschorene Rasen für Insekten weder Futter noch Nistmöglichkeiten bereitstellt, entwickeln ungestört wachsende Wildkräuter und Gräser schon nach kurzer Zeit Blüten und locken damit zahlreiche Insektenarten an. Wenn auch Klee, Löwenzahn und Gänseblümchen vielfach als Unkraut angesehen und bekämpft werden, so handelt es sich bei ihnen um Wildkräuter, die für Insekten einen hohen ökologischen Wert haben.
Unsere Rasenflächen bringen aber überraschenderweise oft weit mehr als nur diese alltäglichen Arten hervor. Und wenn die Wildpflanzen bald nach und nach ihre Blüten entfalten, um die Insekten zu ihrem Nektar- und Pollenangebot einzuladen, wird es noch spannender: Das plötzliche Auftauchen von summenden, flatternden oder hüpfenden neuen Rasenbewohnern weckt in vielen Fällen Freude an ihrer Vielfalt und Interesse am Beobachten ihres Treibens.
Und wenn Sie sich jetzt noch vorstellen, dass Sie sich die ganze anstrengende, Lärm erzeugende Mäherei für eine Weile ersparen und statt dessen mal auf der Liege dem Summen und Zirpen in ihrem Gras lauschen ... Bekommen Sie da nicht Lust, mal selbst einen mähfreien Mai einzulegen?